In den Cafés von Paris

Der Cafébesuch ist einem Tagesrhythmus unterworfen. Ein Kaffee mit Croissant im »Dôme« sorgt für die notwendige Energie, um sich am Vormittag dem Schreiben, einer Kunstvorlesung, einem Museumsbesuch oder Bankgeschäften zu widmen. Gegen ein Uhr mittags trifft man sich vielleicht mit einem Freund in der Brasserie »Lipp« zu einem Imbiss. Nach einem arbeitsreichen Nachmittag gönnt sich der Schriftsteller dann einen Apéritif im »Deux Magots«. … Irgendwann zwischen acht und neun Uhr abends findet man sich dann zusammen, um in einem kleinen Restaurant etwas essen zu gehen. Endlich beschließt man den Abend mit einem Kaffee im »Closerie des Lilas«.

Aus »Die literarischen Cafés von Paris« von Noël Riley Fitch, 1993 im Arche Verlag erschienen

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4 Gedanken zu “In den Cafés von Paris

  1. Angela schreibt:

    Oh, ja, das klingt gut! In Paris fand ich es besonders schön, vor dem Café zu sitzen und die Leute zu beobachten.
    Als ich vor vielen Jahren mit meiner Familie in Ungarn war, hatten wir in Keczkemet (wurde das so geschrieben?) ein Wiener Café entdeckt, in dem ich gern ein wenig schriftstellerisch tätig geworden wäre und etwas Bohemien hätte spielen wollen – Café mit Schlagobers, etwas schreiben und ab und zu ein Glas Wein, herrlich… Verträgt sich bloß schlecht mit Familie und Geld verdienen, aber träumen kann man ja…

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    • Kastanie schreibt:

      Zum Beobachten von Leuten als Cafébesucherin, was mir auch immer sehr viel Freude macht, hier noch mal ein Zitat aus dem Buch über die literarischen Cafés. Die Autorin ist US-Amerikanerin: „Das Beobachten anderer Leute von einem Cafétisch aus ist in Frankreich ein so beliebter Zeitvertreib wie der Besuch eines Baseballspiels in den Vereinigten Staaten. Dabei müssen einige Voraussetzungen stimmen: Das Spielfeld muss in bequemer Entfernung zu einer belebten Straße oder Kreuzung liegen; es muss das richtige Maß an Sonne bieten; und man muss genug Kleingeld in der Tasche haben, um zumindest einen Kaffee bezahlen zu können. Die besten Spieler wählen einen Standort, von dem aus sie sowohl auf die Vorübergehenden wie auch auf ihre Mitspieler einen unverstellten Blick haben. Ziel des Spiels ist es, Vorübergehende nach Nationalität und Beruf zu klassifizieren… Geübte Spieler können aus einem flüchtigen Eindruck eine ganze Lebensgeschichte komponieren. Es gibt nur eine Spielregel dabei: Man darf sich nicht beim Anstarren erwischen lassen.“

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