EIN GUTES CAFÉ AN DER PLACE SAINT-MICHEL

Der Beginn von Hemingways Pariser Erinnerungen – Die redigierte postume Veröffentlichung, die Urfassung und zwei Übersetzungen ins Deutsche im Vergleich

»A Good Café on the Place St.-Michel
Then there was the bad weather. It would come in one day when the fall was over. We would have to shut the windows in the night against the rain and the cold wind would strip the leaves from the trees in the Place Contrescarpe. The leaves lay sodden in the rain and the wind drove the rain against the big green autobus at the terminal and the Café des Amateurs was crowded and the windows misted over from the heat and the smoke inside.« Aus »A Moveable Feast« von Ernest Hemingway, Ernest Hemingway Ltd., 1964

»Ein gutes Café auf der Place St-Michel
Dann war das schlechte Wetter da. Wenn der Herbst vorbei war, würde es von einem Tag zum anderen kommen. Nachts mußten wir die Fenster wegen des Regens schließen, und der kalte Wind würde die Blätter von den Bäumen der Place Contrescarpe abstreifen. Die Blätter lagen durchweicht im Regen, und der Wind trieb den Regen gegen den großen grünen Autobus an der Endstation, und das „Café des Amateurs“ war gedrängt voll, und von der Hitze und dem Rauch drinnen beschlugen die Fenster.« Aus »Paris–ein Fest fürs Leben« von Ernest Hemingway, Rowohlt Verlag, 1965, autorisierte Übersetzung aus dem Amerikanischen von Annemarie Horschitz-Horst

»A Good Café on the Place St.-Michel
Then there was the bad weather. It would come in one day when the fall was over. You would have to shut the windows in the night against the rain and the cold wind would strip the leaves from the trees in the Place Contrescarpe. The leaves lay sodden in the rain and the wind drove the rain against the big green autobus at the terminal and the Café des Amateurs was crowded and the windows misted over from the heat and the smoke inside.« Aus »A Moveable Feast. The Restored Edition«, Scribner´s, New York, 2009

»Ein gutes Café an der Place Saint-Michel
Dann begann das schlechte Wetter. Es kam eines Tages, als der Herbst vorbei war. Nachts musstest du wegen des Regens die Fenster geschlossen halten, und der kalte Wind streifte das Laub von den Bäumen auf der Place Contrescarpe. Die Blätter lagen durchnässt im Regen, und der Wind trieb den Regen gegen den großen grünen Autobus an der Endstation, und das Café des Amateurs war überfüllt, und drinnen beschlugen die Fenster von Wärme und Rauch.« Aus »Paris, ein Fest fürs Leben – A Moveable Feast. Die Urfassung«, Rowohlt Verlag, 2011, Übersetzung aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz

 

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3 Gedanken zu “EIN GUTES CAFÉ AN DER PLACE SAINT-MICHEL

  1. wildgans schreibt:

    Könnte Diskussionsgrundlage in einem literaturwissenschaftlichen Seminar, bei Übersetzern oder für einen Oberstufenkurs dienen. Solche Vergleiche mag ich! Wie unterschiedlich man umgehen kann mit den Worten des Autoren!

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    • Kastanie schreibt:

      Mir ist das aufgefallen, als ich mich mit der Editionsgeschichte von »Paris, ein Fest fürs Leben« beschäftigt habe. Demnächst werde ich einen Beitrag dazu schreiben. Ich habe jetzt auch richtig Lust bekommen, mal in das englische Original rein zu lesen. Mir war vorher auch nicht so richtig bewusst, wie frei auch Romane übersetzt werden. Bei Lyrik sind es ja tatsächlich in der Regel Nachdichtungen, aber bei Prosa fand ich das schon interessant. Liebe Grüße, Claudia

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