Die Sonntagsleserin – 15. Juni 2014

IMG_20140615_092711Unter der Rubrik »Die Sonntagsleserin« gibt es auf vielen Blogs jede Woche Empfehlungen zu lesenswerten Beiträgen aus der (Buch)Bloggerwelt. Die Idee dazu hatte die »Bücherphilosophin«. Leider kann ich nicht jede Woche mitmachen, aber jetzt ist es mal wieder soweit. Eine Beschränkung auf wenige Beiträge fällt mir immer schwer, denn es gab auch diesmal so viel neuen interessanten Lesestoff:

Birgit von »Sätze & Schätze« war diese Woche wieder sehr produktiv, so dass ich kaum hinterherkomme, die vielen interessanten Beiträge zu lesen. Zwei davon fand ich besonders spannend:

Das wunderschöne Liebesgedichtlein »Dû bist min, ich bin din« aus dem 12. Jahrhundert hatte ich immer dem Minnesänger Walther von der Vogelweide zugeordnet. Aus den Kommentaren zu diesem Beitrag konnte ich aber entnehmen, dass ich damit nicht allein dastehe, Birgit hat nun unsere Kenntnisse darüber vervollständigt und berichtigt.

Margaret Mitchells Bestsellerwerk »Vom Winde verweht« stand in der DDR auf dem Index. Nach Birgits Beitrag, der unter der schönen Rubrik »Flutschbuch« eingeordnet ist, finde ich, dass das nicht ganz zu unrecht war. Die Hintergründe zu diesem Buch und der Autorin, der ich zum Beispiel keine feministische Mutter zugetraut hätte, fand ich jedoch sehr lesenswert.

Eigentlich lese ich nicht so gerne historische Romane, aber die Besprechung des Buches »Die letzte Jüdin von Würzburg«, der während der Judenpogrome um 1349 spielt, auf dem Blog »Karthauses Bücherwelt« hat mich neugierig gemacht. Der Autor Roman Rausch ist bekannt für seine guten Recherchen zu historischen Stoffen und überzeugte Heike vom Inhalt des Buches, auch wenn sie etwas gelangweilt davon war, dass wieder einmal eine als Mann verkleidetet Frau die Hauptrolle spielt.

Der Roman »Amerikanah« der Nigerianerin Chimamanda Ngozi Adichie steht auch in meiner Lieblingsbuchhandlung bei den Büchern, die besonders empfohlen werden. Sophie vom Blog »Literaturen« hat den Titel diese Woche nun auch rezensiert und mich endgültig davon überzeugt, das Buch zu lesen. Mich interessiert vor allem die Darstellung des Alltagsrassismus, der von einer davon betroffenen Autorin geschildert wird. Ich merke ja auch an mir, dass ich manchmal unreflektiert Dinge sage, die andere als rassistisch empfinden. Vielleicht gelingt es mir nach der Lektüre, noch sensibler in dieser Hinsicht zu sein. Spannend finde ich auch, dass ein Teil des Romans sich mit dem Schreiben eines Blogs befasst, was ja durchaus selten ist.

Der Kaffeehaussitzer stellt wieder zwei Bücher von seiner Leseliste mit Büchern über den ersten Weltkrieg vor: »Verdun 1916« und »Kriegsland im Osten«. Besonders das Letztere interessiert mich sehr, geht es darin doch um den sogenannten Militärstaat »Ober Ost«, den Hindenburg und Ludendorff errichtet hatten und den ich eigentlich bisher nur dem Namen nach kannte. Mir ist durch diesen Artikel noch mal so richtig bewusst geworden, dass Hitlers Eroberungspläne für den »Lebensraum im Osten« und auch die Verachtung von Menschen, die slawischer Herkunft waren, schon in den Kolonialisierungsbestrebungen im 1. Weltkrieg wurzelten.

Sabine schreibt den (das) Blog »Hinter den Türen« und betreut in Israel ehrenamtlich Holocaust-Überlebende. Vor kurzem hat sie Ruta Wermuth besucht. Die Lebensgeschichte dieser mutigen Frau kann man in ihren Memoiren »Im Mahlstrom der Zeiten« nachlesen. Sabine beschreibt in ihrem Beitrag einige der dramatischen Lebensereignisse der Jüdin, die als junge Frau aus einem Deportationszug sprang und dann mit einer anderen Identität als polnische Zwangsarbeiterin in Deutschland untertauchte. Beim Lesen schwankte ich zwischen meinem Entsetzen über die schrecklichen Dinge, die Ruta Wermuth widerfahren sind und Bewunderung für ihren Mut und Überlebenswillen.

Zum Schluss noch einen Tipp, den ich auf dem Blog von »Wildgans« gefunden habe, deren Gedanken, Zitate und Empfehlungen ich immer sehr gern folge: Wer wie ich etwas voyeuristisch veranlagt ist, freut sich bestimmt, im Juni jeden Tag in ein anderes Wohnzimmer schauen zu können. Unter der Rubrik Abreißkalender auf »Seelenfarben« ist jetzt also Gelegenheit dazu.

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2 Gedanken zu “Die Sonntagsleserin – 15. Juni 2014

    • Kastanie schreibt:

      Vielen Dank. Mir liegt die „Sonntagsleserin“ sehr am Herzen und ich hoffe, dass sie auch auf anderen Blogs weitergeführt wird, obwohl die „Bücherphilosophin“ im Moment verschwunden ist… Abendliche Grüße, Claudia

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