»Paris, ein Fest fürs Leben« – Gedanken zum Umgang mit einem Manuskript

»Ernest begann im Herbst 1957 auf Kuba mit der Niederschrift dieses Buches, arbeitete daran im Winter 1958/59 in Ketchum, Idaho, und nahm es mit, als wir im April 1959 nach Spanien fuhren…Er beendete das Buch im Frühjahr 1960 in Kuba … Er überarbeitete das Buch im Herbst 1960 in Ketchum. Es behandelt die Jahre 1921 bis 1926 in Paris.« Mary Hemingway in einer Vorbemerkung in der postum veröffentlichten Ausgabe von »Paris, ein Fest fürs Leben« von Ernest Hemingway, 1964 bei Scribner, New York erschienen und in der deutschen Übersetzung 1965 im Rowohlt Verlag

Jahrzehntelang glaubten die Leser von Hemingways bekanntestem Buch »Paris, ein Fest fürs Leben« (englischer Originaltitel »A Moveable Feast«) ein von ihm autorisiertes abgeschlossenes Werk vor sich zu haben. Bei genauerem Lesen der editorischen Notiz von Hemingways Witwe könnten zwar schon leichte Zweifel aufgetreten sein, ob das Manuskript wirklich schon abgeschlossen war. Immerhin erwähnte sie noch eine Überarbeitung im Herbst 1960. Man könnte es auch als offen betrachten, ob diese dann zur endgültigen Fassung führte oder nur ein Entwurf blieb.

IMG_20140617_163126Dem Leser blieb jedoch bis 2009, als die Neufassung des Buches mit dem Titel »A Moveable Feast.The Restored Edition« erschien, verborgen, was durch die Hemingway-Forschung schon seit den achtziger Jahren bekannt war: Die berühmten Erinnerungen Hemingways an seine Anfänge als Schriftsteller in Paris waren ein Fragment geblieben. Es fehlten nicht nur der Titel und fast alle Kapitelüberschriften sondern vor allem ein Vorwort und das Schlusskapitel. Zudem hatten die Herausgeber der postum veröffentlichten Ausgabe, die vierte Frau Hemingways Mary und der Lektor des Autors Harry Brague, Passagen und Kapitel veröffentlicht, die entweder in verschiedenen Fassungen existierten oder die Hemingway bereits verworfen hatte. In manchen Fällen wurden mehrere Kapitel zu einem zusammengefasst. Der Eingriff in das hinterlassene Manuskript erscheint aus meiner Sicht sehr umfangreich. Es soll über 300 Unterschiede zwischen dem 1964 erschienenen Buch und dem in der deutschen Ausgabe als »Urfassung« bezeichneten Text geben.

IMG_20140617_163152Nachdem ich einige Zeitungsrezensionen und das Nachwort von Seán Hemingway in der Rowohlt-Ausgabe von 2011 gelesen hatte, wollte ich nun unbedingt auch in die erste deutsche Ausgabe von 1965 schauen und fand in der Bibliothek eine Lizenzausgabe des Rowohlt-Verlages, 1979 im Aufbau-Verlag erschienen. Es enthält ein Nachwort von Karl-Heinz Schönfelder, der als Amerikanist und Literaturwissenschaftler an der Universität in Leipzig lehrte. Seinen Text finde ich bemerkenswert, weil er meiner Meinung nach ideologiefrei interessante Details über Hemingways Schreibstil und über seine Schriftstellerkollegen vermittelt. Darüber hinaus fand ich es sehr spannend, mich mit den beiden Ausgaben zu beschäftigen. Immer wieder drängte sich mir dabei die Frage auf: Wie sollte mit den Manuskripten oder auch Tagebüchern und Briefen aus dem Nachlass von Schriftstellern umgegangen werden?

Zwei Koffer in Paris

Im Jahr 1956 baten die Besitzer des Hotels »Ritz« in Paris Ernest Hemingway, zwei Koffer abzuholen, die er dort bereits 1928 eingelagert hatte, als er damals mit seiner zweiten Frau Pauline die Stadt verließ. Der Inhalt bestand aus Manuskriptseiten und Notizbüchern mit Material zu Hemingways erstem Roman »Fiesta«, aus Büchern, Kleidungsstücken und Zeitungsausschnitten jener frühen Jahre in Paris. Nach Auskunft seiner Schwiegertochter Valerie Hemingway hatte der Autor wahrscheinlich schon nach seinen beiden Flugzeugabstürzen 1954 in Afrika, die er wie durch ein Wunder überlebte, den Gedanken gehabt, ein Erinnerungsbuch über seinen Parisaufenthalt als junger Mann zu schreiben. Die Erinnerungsstücke aus dem Koffer waren aber wohl der endgültige Anlass zu den »Pariser Skizzen«, wie Hemingways Arbeitstitel lautete.

Zu diesem Zeitpunkt waren schon vier Jahre seit Hemingways letzter Veröffentlichung, der Novelle »Der alte Mann und das Meer«, für die er 1954 den Nobelpreis erhalten hatte, vergangen. Schon 1955 hatte er sein Testament gemacht. Der Autor litt unter Schreibblockaden und es muss deshalb für ihn eine große Erleichterung gewesen sein, mit dem wiederentdeckten Paris-Material einen Stoff zu haben, der ihn zum Schreiben motivierte. Der Arbeitsprozess wurde jedoch immer wieder unterbrochen, da Hemingway zunehmend mit Depressionen, aggressiven Schüben und schizophrenen Anfällen kämpfte. 1959 schickte er dennoch einen Entwurf an seinen Verleger Charles Scribner jr., in dem jedoch Einführung und Schlusskapitel fehlten. Hemingway arbeitete an seinem Manuskript mindestens noch bis zum April 1961 weiter. Der letzte zusammenhängende Text ist »Nada y Pues Nada«, der nur handschriftlich vorliegt und dessen letzte Seite mit dem Datum vom 3. April 1961 datiert ist. Am 7. Juli 1961 nahm sich Ernest Hemingway in seinem Haus in Ketchum, im US-Bundesstaat Idaho, das Leben.

»How Different It Was When You Were There«

So lautete ein Titelvorschlag Hemingways für die Pariser Erinnerungen auf einer Liste, die er im April 1961 an seinen Verleger schicken wollte. Es finden sich darauf u. a. auch noch die folgenden Einfälle, die teilweise wohl spaßig gemeint waren, aber vielleicht auch seinen zunehmenden geistigen Verfall zeigen:

The Part Nobody Knows
To Hope and Write Well (The Paris Stories)
To Write It True
Good Nails are Made of Iron
To Bite On the Nail
How It Began

Hemingway hatte sich versuchsweise für den Titel »The Early Eye and The Ear (How Paris was in the early days)« entschieden. Sein Enkel erklärt im Nachwort zur »Urfassung“, dass dieser Titel durchaus einen Sinn ergibt, auch wenn er erstmal sehr hölzern klingt. In seinen Pariser Erinnerungen schreibt Hemingway, dass er viel von den Bildern Cézannes gelernt habe. Auf seinen Spaziergängen ging er oft ins Musée du Luxembourg, wo damals die Werke der Impressionisten hingen. Sein Auge lernte das Wesentliche zu erfassen. Das nutze ihm, wenn er später das Gesehene und Gehörte zu Prosa verarbeitete. Hemingway verwendete in seinen Werken auch viele von anderen Menschen gehörte Geschichten und konnte diese dann so lebendig wiedergeben als ob er sie selbst erlebt hätte.

1964 standen die Herausgeber der »Pariser Skizzen« also vor der Herausforderung, einen Titel für das Werk zu finden. Hemingways Freund und Biograph E. A. Hotcher löste das Problem, in dem er der Witwe vorschlug, doch auf einen Ausspruch zurück zu greifen, den der Autor ihm gegenüber 1950 gemacht hatte. Das berühmte Zitat über die Stadt Paris, die ein bewegliches Fest (A Moveable Feast) ist, welches in der deutschen Übersetzung zu einem »Fest fürs Leben« wurde, diente nun als Vorlage für den Titel. Es ist also kein von Hemingway autorisierter Titel und er tauchte nicht mal in seinen gesammelten Vorschlägen auf. Das Buch wurde natürlich auch wegen des griffigen Titels berühmt, aber die Herausgeber hätten die Leser über dessen Entstehung in Kenntnis setzen müssen, ebenso wie über den fragmentarischen Zustand des Werkes.

YouI – You

Die Nutzung eines nicht autorisierten Titels ist noch ein kleineres »Vergehen« im Vergleich zu den vielen vorgenommenen inhaltlichen und stilistischen Änderungen und der Art der Auswahl der »Skizzen«, welche die  Herausgeber in der postum veröffentlichten Ausgabe festlegten.

Fast im gesamten Text wurde die stilistische Nutzung des Personalpronomens »du« durch »ich« oder »wir« ersetzt. Das beginnt schon im ersten Kapitel. Auf der in der »Urfassung« abgebildeten Manuskriptseite, kann man sehen, dass Hemingway ursprünglich »you« geschrieben hatte, dies dann durch »I« ersetzte und schließlich aber doch wieder zum »you« zurückkehrte. So dass mir aus editorischer Sicht das »you« doch wesentlich gerechtfertigter erscheint. Folgerichtig bezieht sich die »Urfassung« nun auch wieder auf den Manuskriptstand, den Hemingway hinterlassen hat. Ich mag die Schreibweise, die den Leser durch den Gebrauch des »Du« ganz stark in die Gedankenwelt des Erzählers mitnimmt, auch sehr und empfinde es fast so, als ob ich an Selbstgesprächen teilnehmen würde. Das schafft eine starke Verbundenheit und Vertrautheit mit dem Erzählenden und auch deshalb ist es gut, dass dem Leser mit der »Urfassung« ein Text vorliegt, der mehr den ursprünglichen Intentionen des Autors entspricht.

»Die Geschichten in diesem Buch sind erfunden« – Von der Schwierigkeit ein Vorwort zu schreiben

Die Herausgeber der postumen Ausgabe haben ein Vorwort veröffentlicht, was als Manuskript so nicht vorlag. Es ist mit Hemingways Namen versehen, so dass der Leser natürlich glaubte, der Autor hätte es verfasst. Der Text ist aber allenfalls von mehreren Entwürfen inspiriert, die handschriftlich im Nachlass gefunden worden sind.

Diese Entwürfe wiederholen in einer Endlosschleife immer wieder dieselben Kernaussagen in leicht abgewandelter Form. Beim Lesen litt ich richtig mit und konnte mir vorstellen, welche Quälerei für Hemingway die Suche nach den passenden Sätzen gewesen sein muss.

Die Geschichten in diesem Buch sind erfunden. Aber es besteht immer die Möglichkeit, dass ein Buch mit erfundenen Geschichten Licht auf das wirft, was als Tatsache geschrieben wurde.

Jede Erinnerung an Vergangenes ist Erfindung, und diese Erfindung wurde erbarmungslos zusammengestrichen und Leute ebenso weggestrichen, wie die meisten Reisen und manche Menschen, die uns viel bedeuteten.

Das Schlimmste daran ist, dass du es nicht veröffentlichen kannst, wenn du tot bist, weil Leute immer vor Gericht ziehen werden, auch wenn du die Namen änderst und alles frei erfunden nennst. Hadley würde nicht vor Gericht ziehen, weil sie die Heldin ist und versteht, wann du etwas Erfundenes mit ihr darin geschrieben hast.

Man merkt den fragmentarischen Texten schon ein bisschen an, dass es Hemingway auch krankheitsbedingt große Mühe bereitete, treffende Formulierungen zu finden. Der Hauptgrund für seine Schreibschwierigkeiten liegt allerdings meiner Empfindung nach woanders. Er quälte sich mit dem Gedanken, ob er der Nachwelt ein Buch hinterließ, das ihm und den oft nicht gerade schmeichelhaft beschriebenen Künstlerkollegen gerecht wurde. Nicht zuletzt hatte er auch Angst vor gerichtlichen Auseinandersetzungen. Das war auch nicht unbegründet, wie ich finde, denn vielen Portraits seiner Zeitgenossen merkt man schon an, dass es sich nur um überzogene Darstellungen handeln kann, die sicher auch von Konkurrenzstreitigkeiten geprägt waren. Nicht zuletzt zeigen die Vorwortfragmente, dass er unbedingt seiner ersten Frau gerecht werden wollte und es scheint als ob er die Trennung von ihr zutiefst bedauerte.

Lektorat ohne Autor

Mary Hemingway und Harry Brague schrieben nicht nur ein Vorwort für Hemingways Erinnerungsbuch. Sie erfanden außerdem den Titel und Kapitelüberschriften, veränderten die Kapitelreihenfolge, die Hemingway hinterlassen hatte und stellten das Schlusskapitel aus zwei verschiedenen Kapiteln zusammen. Darüber hinaus nahmen sie eine von Hemingway verworfene Skizze wieder auf, die sich in der »Urfassung« nun unter den zusätzlichen Skizzen befindet:

Für »Die Geburt einer Neuen Schule« verfasste Hemingway zwei Schlusspassagen und strich das Kapitel dann ganz. In der 1964 erschienenen Ausgabe schrieben die Herausgeber das Ende des Textes um, in dem sie beide Varianten zu einem Text zusammenfassten. Es wurden sogar einige Sätze durch neue ersetzt. Nun wäre es noch interessant das englische Original vorliegen zu haben, aber zumindest in der deutschen Fassung ist dies offensichtlich. Es geht in diesem Kapitel um einen penetranten Mann, den es offensichtlich ärgert, dass er beim Schreiben erfolgloser ist als Hemingway. Es kommt im Café u. a. zu folgendem Dialog zwischen den beiden. In der deutschen Fassung von 2011 heißt es:

„Ich muss schreiben.“ (sagt Hemingway)
„Ich auch.“
„Du solltest nicht schreiben, wenn du nicht schreiben kannst. Das Gejammer nützt doch nichts. Geh nach Hause. Besorg dir Arbeit. Häng dich auf. Aber red nicht darüber. Du hast noch nie schreiben können.“

In der deutschen Fassung von 1977 steht (Hemingway beginnt den Dialog):

„Was schreibst Du?“ Ich machte den Fehler, ihn zu fragen.
„Ich schreibe, so gut wie ich kann. Genau wie du auch. Aber es ist so entsetzlich schwer.“
„Du solltest nicht schreiben, wenn du nicht schreiben kannst. Warum musst du darüber jammern? Such dir eine Arbeit. Häng dich auf, nur sprich nicht darüber. Du konntest nie schreiben.“

In der deutschen Fassung ist der Text natürlich auch noch durch die Neuübersetzung verändert und es handelt sich um einen editorischen Eingriff, der vielleicht nicht unsinnig ist. Allerdings hatte Hemingway das Kapitel schon aussortiert und das hätte man meiner Meinung nach akzeptieren müssen statt es auch noch in veränderter Form aufzunehmen.

Einer der wenigen Kollegen und Freunde Hemingways, die in seinen Pariser Skizzen, nicht mit spöttischer Überheblichkeit geschildert werden, ist der Dichter Ezra Pound. Dafür kommen in den beiden Kapiteln, die seinen Namen im Titel enthalten gleich zwei andere Künstler schlecht weg. In »Ezra Pound und die Spannerraupe« geht es um den englischen Maler Wyndham Lewis, der wohl dafür bekannt war, künstlerische Ideen von seinen Kollegen zu übernehmen. In der postum erschienenen Fassung ist dieses Kapitel, in der übrigens in der deutschen Übersetzung nicht von der Spannerraupe sondern von einem Meßwurm als Spitznamen für den Maler die Rede ist, kombiniert worden mit einem anderen, das Hemingway auch schon verworfen hatte. Es handelt sich um »Ezra Pound und sein Bel Esprit«, in dem er sich über T. S. Eliot lustig machte, der als Dichter seinen Lebensunterhalt in einer Bank erarbeiten musste und durch die großzügige Unterstützung von Ezra Pounds Stiftung davon erlöst worden war. Diese beiden Kapitel wurden in der »Urfassung« nun wieder auseinandergenommen und das letztere befindet sich bei den zusätzlichen Skizzen.

Scott Fitzgerald war eigentlich ein guter Freund Hemingways. In den Pariser Erinnerungen ist das zwar auch zu merken, aber es mangelt dem Autor schon ganz schön an Respekt gegenüber seinem Kollegen. Ich habe mich zwar beim Lesen sehr gut amüsiert und sicher war Fitzgerald kein einfacher Zeitgenosse aber manche Passagen hätte sich Hemingway sicher verkniffen, wenn sein Freund noch gelebt hätte. Ich meine dabei besonders das Kapitel „Eine Frage der Maße“, welches sich um die Größe von Fitzgeralds Penis dreht. Unglücklicherweise endet zumindest die »Urfassung« auch noch mit diesem Text, da ein Schlusskapitel nie vollendet worden ist.

1964 haben die Herausgeber einen Einleitungstext zum Kapitel »Scott Fitzgerald« verwendet, den Hemingway schon gestrichen hatte und der seinen Freund in einem wesentlich ungünstigeren Licht dastehen lässt als in einer späteren Fassung, die nun wieder in der »Urfassung« zu lesen ist.

1964 heißt es über Fitzgerald:

Sein Talent war so natürlich wie das Muster, das von dem Staub auf den Flügeln eines Schmetterlings gemacht wird. Einst verstand er es ebenso wenig, wie der Schmetterling es verstand, und er wusste nicht, wann es angestoßen oder beschädigt war. Später wurde er sich seiner Konstruktion bewusst, und er lernte denken und konnte nicht mehr fliegen, weil die Liebe zum Fliegen fort war, und er konnte sich nur daran erinnern, wie es mühelos gewesen war.

2009 kann man in der »Urfassung« lesen:

Sein Talent war so natürlich wie das Muster aus Staub auf den Flügeln eines Schmetterlings. Es gab Zeiten, da verstand er es ebenso wenig wie der Schmetterling und wusste nicht, wann es abgewischt oder zerkratzt war. Später wurde er sich seiner beschädigten Flügel und ihrer Konstruktion bewusst und lernte denken. Er flog wieder, und ich hatte das Glück, ihn kennenzulernen, kurz nachdem er eine gute Zeit mit Schreiben, wenn nicht gar eine gute Zeit im Leben hinter sich hatte.

Das Schlusskapitel

Ebenso wie mit dem Anfang quälte sich Hemingway mit dem Schluss seines Buches. Frustriert gab er es auf, ein Schlusskapitel zu verfassen und schrieb im April 1961 einen Brief an seinen Verleger, in dem er ihn bat, das Buch ohne ein Schlusskapitel zu veröffentlichen. Der Brief wurde allerdings nicht abgeschickt.

Seine letzten handschriftlichen Aufzeichnungen für die Pariser Skizzen enthalten den Text »Nada y Pues Nada«, der als mögliches Schlusskapitel vorgesehen war. Er schrieb ihn innerhalb von drei Tagen im April 1961, drei Monate vor seinem Tod. Auch in dieser Skizze, die in den Anhang der »Urfassung« aufgenommen wurde, geht es noch einmal um das Erinnern und das Schreiben:

Auch beim Schreiben gibt es viele Geheimnisse. Nichts geht je verloren, egal, wie es dir in der Situation vorkommt, und was weggelassen wird, tritt doch zutage und macht die Stärke dessen aus, was dringelassen wird.

Dieses Paris-Kapitel ist sehr melancholisch und lässt ahnen, in welch depressiver Verfassung sich Hemingway am Ende seines Lebens befand. Er erinnert sich an den Besuch des todkranken Dichters Evan Shipmann auf Kuba, als sie über alte Zeiten philosophierten, wo Hemingway »verdammt gut über Nada geschrieben« hat. Das Kapitel endet sehr düster und gibt wohl die Hoffnungslosigkeit wieder, die Hemingway nach der nicht gelungenen Elektroschocktherapie gegen seine schizophrenen Zustände, empfunden hat:

Aber es gibt Remisen oder Lagerplätze, wo du gewisse Dinge zurücklassen oder einlagern kannst, zum Beispiel einen Schrankkoffer oder einen Seesack mit persönlichen Gegenständen oder den unveröffentlichten Gedichten von Evan Shipman oder markierten Landkarten oder auch Waffen, die du nicht mehr an die zuständigen Behörden zurückgeben konntest, und dieses Buch enthält Material aus den Remisen meiner Erinnerung und meines Herzens. Auch wenn an der einen herumgepfuscht wurde und das andere gar nicht existiert.

Die Herausgeber entschieden sich 1964 dafür, nicht »Nada y Pues Nada« sondern den 2009 »Winter in Schruns« benannten Text, der zu den von Hemingway ausgewählten 19 Kapiteln für den Inhalt des Buches gehörte, als Schlusskapitel umzuarbeiten. Sie gaben ihm den Titel »Paris hat kein Ende«. In den letzten Absätzen geht es in »Winter in Schruns« um die Trennung von Hadley, seiner ersten Frau. Die Pariser Skizzen handeln sehr viel von der Liebe zu ihr und zumindest in Hemingways Rückblick scheint es eine sehr harmonische und zärtliche Beziehung gewesen zu sein. Umso mehr wunderte ich mich über das nicht näher erklärte Ende dieser Ehe, da ich zuerst die »Urfassung« gelesen hatte. Zumindest liest sich der Schluss aber wie ein kleines Schuldgeständnis von Hemingway und auch wie eine Bitte, ihm zu verzeihen:

Wie das schließlich alles endete, gehört ebenfalls nicht hierher. Ich war es, der die Schuld daran auf sich nehmen und besitzen und verstehen musste. Hadley, die Einzige, die keinerlei Schuld daran trug, kam am Ende gut aus der Sache heraus und heiratete einen viel besseren Mann, als ich je gewesen war oder jemals zu sein hoffen konnte, und ist glücklich und verdient es, und das war immerhin ein gutes und dauerhaftes Ergebnis dieses Jahres.

In der postum veröffentlichten Ausgabe liest sich das ganz anders. Die Herausgeber ließen diesen Schlussteil nämlich weg und fügten stattdessen fast das ganze Kapitel »Der Lotsenfisch und die Reichen« ein, welches Hemingway aus gutem Grund nicht für die Veröffentlichung vorgesehen hatte. Ganz im Gegensatz zu »Winter in Schruns« scheint Hemingway hier die Verantwortung für seine Trennung von Hadley, seiner späteren zweiten Frau Pauline Pfeiffer, wobei er auf ihre raffinierte Verführungskunst und die ungeliebte reiche Herkunft abzielt, und vor allem dem sogenannten Lotsenfisch, den als Kuppler auftretenden Schriftstellerkollegen John Dos Passos, in die Schuhe schieben zu wollen.

Auch für das Schlusskapitel wurden neben dem vollständigen Kapitel »Nada y Pues Nada« wieder mehrere fragmentarische Texte gefunden, die teilweise Hemingways Witwe ebenfalls in »Paris hat kein Ende« verarbeitete. Diese Fragmente zeigen wieder sehr deutlich wie sich Hemingway vor allem mit dem nicht so glücklichen Ende seiner frühen Pariser Jahre schwer tat und warum es 1964 eine falsche Entscheidung der Herausgeber war, »Der Lotsenfisch und die Reichen« als Schlusskapitel zu wählen:

Ich habe weggelassen, wie es mit Pauline angefangen hat. Das wäre ein guter Schluss gewesen, nur das es eben ein Anfang und kein Ende war. Jedenfalls habe ich darüber geschrieben und es dann weggelassen.

Die Übersetzung

Der deutsche Leser erhielt mit der »Urfassung« auch gleich eine Neuübersetzung von »Paris, ein Fest fürs Leben«. 1965 übersetzte die einzige von Hemingway autorisierte Übersetzerin für die Übertragungen in die deutsche Sprache Annemarie Horschitz-Horst den Roman. Die Berliner Jüdin emigrierte 1933 nach London. Als ihre erste Übersetzung von Hemingways Werken war 1930 der Roman »In einem anderen Land« bei Rowohlt erschienen. Schon zu Lebzeiten soll die Qualität der Übersetzungen von Annemarie Horschitz, die sich in England wegen ihrem dort schlecht verständlichen Familienamen zusätzlich Horst nannte, von Fachleuten angezweifelt worden sein. Da sich seine Werke im deutschsprachigen Raum jedoch wunderbar verkauften, sah Hemingway keinen Grund, den Übersetzer zu wechseln.

2011 entschied sich der Rowohlt-Verlag für eine Neuübersetzung durch Werner Schmitz, der schon andere englischsprachige Autoren wie zum Beispiel Paul Auster oder Henry Miller oder auch »Der alte Mann und das Meer« neu übersetzt hat.

Die Unterschiede zwischen den beiden Übersetzungen sind groß, wie schon am Anfang des Buches deutlich wird. Die Neuübersetzung wird von Rezensenten übereinstimmend gelobt. Rein gefühlsmäßig überzeugt mich die neue Fassung auch mehr, da die Sprache moderner und weniger hölzern ist. Welche der beiden Übersetzungen aber dem Text von Hemingway gerechter wird, vermag ich nicht einzuschätzen. Bei einem kurzen Blick auf den englischen Text war ich nur überrascht, wie frei eine Romanübersetzung scheinbar abläuft.

Wie geht man mit dem Nachlass eines Autors um?

In der postum veröffentlichten Ausgabe von »Paris, ein Fest fürs Leben« lag dem Leser ein Buch vor, dass keinen fragmentarischen Eindruck vermittelte. Hemingway blickte ein wenig wehmütig, aber vor allem voller Stolz auf seine frühen Pariser Jahre zurück. Es ist viel über anekdotische Begegnungen mit berühmten Zeitgenossen, die Liebe zu seiner Frau Hadley und seinem kleinen Sohn und seine Anfänge als Schriftsteller zu lesen. Nur das Schlusskapitel enthält verbitterte Passagen, wenn er über das Ende seiner großen Liebe schreibt und die Verantwortung dafür nicht übernehmen will. Es ist eine Hommage an das Paris der zwanziger Jahre, aber ebenso scheint es auch eine Abrechnung mit einigen von seinen schriftstellerischen Kollegen zu sein.

Es war in dieser Edition jahrzehntelang das beliebteste und bekannteste Buch Hemingways. Der Leser glaubte, das vollständige letzte Werk eines Schriftstellers in der Hand zu haben, der mit der Weisheit des alternden Mannes auf seine Jugendjahre in Paris zurückblickte. Nichts war zu merken von den zunehmenden Schwierigkeiten des schwerkranken Autors, treffende Formulierungen zu finden und dem qualvollen Prozess, seinen beiden Ehefrauen und vielleicht auch allen anderen Protagonisten des Buches gerecht zu werden.

Hemingways Erinnerungen vermitteln eine Illusion: die des armen aber glücklichen Schriftstellers im Paris der zwanziger Jahre, einer Traumwelt für Bohemiens, in die der Leser sich gern entführen lässt. Die postume Edition hat diese Illusion noch verstärkt, in dem sie das eigentlich noch nicht abgeschlossene Werk durch große Eingriffe in das Manuskript vollendet hat.

Aber war das gerechtfertigt? Hemingway hat sein ganzes Leben lang versucht einen eigenen Mythos um sich herum aufzubauen, den des männlichen Helden. Davon zeugen zahlreiche Fotografien und natürlich auch seine Romane. Der Paristext ist leise und wehmütig. Karl-Heinz Schönfelder, der das Nachwort zur Ausgabe des Aufbau-Verlages verfasste, meinte, dass Hemingway mehr Metaphern bis hin zur Übertreibung benutzte und viel emotionaler als in seinen Frühwerken schrieb. Der fragmentarische Zustand des Buches und erst recht die in der »Urfassung« veröffentlichten zusätzlichen Skizzen verstärken noch einmal das Bild von Hemingway als einem sensiblen und verletzbaren Menschen.

Die postume Veröffentlichung hat eher darauf gesetzt, ein makelloseres Hemingway-Bild zu verbreiten, was aus der Sicht der Witwe auch zu verstehen ist. Hemingway hätte wohl beiden Ausgaben nicht zugestimmt. Die erste enthält zu viele Passagen bis hin zu ganzen Kapiteln, die Hemingway längst verworfen hatte. Der Eingriff in die Stilistik ist ebenfalls nicht zu rechtfertigen. Am wenigsten kommt allerdings das Schlusskapitel seinen Intentionen entgegen. Die neue Ausgabe geht da wesentlich behutsamer vor. Die Ergänzung mit zusätzlichen Skizzen und Fragmenten lässt ein genaueres Hemingway-Bild entstehen. Aber mir stellt sich auch die Frage, ob es gerechtfertigt ist, Texte zu drucken, die vom Autor eigentlich nicht oder noch nicht für eine Veröffentlichung vorgesehen waren.

Seán Hemingway, ein Enkel aus der Beziehung mit Pauline und eigentlich Kurator für antike Kunst am Metropolitan Museum in New York, hat als Herausgeber für die Ausgabe von 2009 nur die von Hemingway vorgesehenen Kapitel in den Hauptteil aufgenommen. Vorwort und Schlusskapitel fehlen, da sie ja ursprünglich auch nicht vorlagen. Grundlage für die »Urfassung« waren mit Schreibmaschine geschriebene Seiten, die teilweise handschriftlich vom Autor redigiert worden sind. Der fragmentarische Zustand des Werkes ist nun offensichtlich und durch die Ergänzung mit zusätzlichem Material wie weiteren Kapiteln, die entweder verworfen worden sind oder aber noch nicht wirklich fertig waren sowie den zahlreichen kleineren Textentwürfen gelingt es dem Leser, den Schaffensprozess des Autors und seine Schwierigkeiten mit dem Thema nachzuvollziehen.

Manche zusätzlichen Texte zeigen, wie etwa in »Heimliche Freuden«, einen etwas anderen Hemingway. Die anderen Kapitel aus dem Nachlass drehen sich wieder um das Schreiben, um Fitzgerald, Ford-Madox-Ford oder das Boxen. Eine Begebenheit mit seinem ersten Sohn, genannt Mr. Bumby, lag nur handschriftlich vor. Nicht zuletzt sind Teile des Schlusskapitels der postumen Ausgabe und der berührende Text »Nada y Pues Nada« enthalten. Die sogenannte »Urfassung« wird außerdem ergänzt durch ein interessantes Nachwort von Seán Hemingway sowie ein weniger informatives Nachwort seines Onkels Patrick Hemingway, der über den englischen Titel »A Moveable Feast« philosophiert. Der letzte lebende Sohn Hemingways (der erste Sohn, den Hemingway mit Pauline bekam), der laut des Rezensenten der Neuen Züricher Zeitung als »Forscherschreck« gilt, warum lässt er offen, hat selbst ein abenteuerliches Leben, u. a. als Großwildjäger in Afrika, geführt. Nun verwaltet er den Nachlass von Ernest Hemingway und wo auch immer in der Welt ein Buch seines Vaters erscheint oder auch nur ein Kugelschreiber mit seinem Schriftzug bedruckt wird, kümmert er sich um die Festlegung der Lizenzgebühren.

Die »Urausgabe«, die Seán Hemingway herausgab, schließt laut der NZZ eine »Allianz zwischen Familie und Forschung«. Mein Hemingway-Bild wurde zum Positiveren verändert und die Paris-Erinnerungen bleiben trotz ihres fragmentarischen Zustandes ein Buch, welches ich wohl immer mal wieder lesen werde, um mich erneut mitreißen zu lassen von der Illusion dieser wunderbaren Stadt. Dennoch bleibt das etwas mulmige Gefühl, dass ich mit dem zusätzlichen Material der »Urausgabe« allzu viel von dem erfahre, was Hemingway eigentlich nie der Nachwelt erzählen wollte. Auf die Frage ob die Forschung oder auch die Nachlassverwalter, die sich mit einer bedeutenden Persönlichkeit beschäftigen, verpflichtet sind, deren Persönlichkeitsrechte zu schützen und wie der Konflikt zwischen einem allgemeinem Interesse und der Privatsphäre gelöst werden sollte, habe ich keine Antwort, die beiden Parteien gerecht werden würde.

»Paris geht niemals zu Ende, und die Erinnerung an jeden einzelnen Menschen, der dort gelebt hat, unterscheidet sich von der an jeden anderen. Wir sind immer dorthin zurückgekehrt, egal wer wir waren oder wie es sich verändert hatte oder unter welchen Schwierigkeiten oder mit welcher Bequemlichkeit es zu erreichen war. Es hat sich immer gelohnt, und wir bekamen immer etwas zurück für das, was wir mitgebracht hatten.« Aus einem Fragment für den Schluss von »Paris, ein Fest fürs Leben«

Zum Weiterlesen über Hemingway, das Buch und Paris:

http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/erinnerungen-leicht-revidiert-1.11143534

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article13453599/Hemingways-Gemeinheiten-kurz-vor-dem-Selbstmord.html

http://saetzeundschaetze.com/2014/06/17/ernest-hemingway-paris-ein-fest-furs-leben/

http://saetzeundschaetze.com/2013/10/19/ernest-hemingway-und-f-scott-fitzgerald-eine-brieffreundschaft/

http://phileablog.wordpress.com/2011/09/27/hemingways-paris/

http://phileablog.wordpress.com/2011/08/20/hommage-an-unseren-traum-von-paris/

http://hemingwayswelt.de/

 

 

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16 Gedanken zu “»Paris, ein Fest fürs Leben« – Gedanken zum Umgang mit einem Manuskript

  1. saetzebirgit schreibt:

    Wow! Was für ein Text! ich bin absolut beeindruckt: Von Deiner Recherchearbeit, den vielen Informationen, die wohl die wenigsten kennen, die Gegenüberstellung der verschiedenen Fassungen und Übersetzungen – ein riesen, riesen Kompliment! Das ist wirklich toll geschrieben und absolut lehrreich. Danke Dir!

    Gefällt mir

    • Kastanie schreibt:

      Liebe Birgit, vielen, vielen Dank! Ich freue mich sehr, dass Dir der Beitrag so gefallen hat und bedanke mich auch für das Rebloggen bei Dir. Die Recherche hat mir viel Spaß gemacht und ich denke, dass mich Hemingway noch eine Weile beschäftigen wird. Liebe Grüße, Claudia

      Gefällt mir

      • Herr Hund schreibt:

        …oder Hochseeangeln.

        Jedenfalls geht es mir bei Hemingway ein wenig wie bei Chechov. Die gewisse Nüchternheit ihres Stils ist mir bisweilen sehr wohltuend, nach allzu Fiebrigem und ausufernd Reflektiv-Metaphysischem (wie bei Dostojevskij).

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    • Kastanie schreibt:

      Bitteschön. Ich freue mich sehr, dass der Artikel so gut ankommt. Hätte ich eigentlich gar nicht so vermutet, da die Neuausgabe ja schon vor drei Jahren erschien. Liebe Grüße, Claudia

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  2. Petra Gust-Kazakos schreibt:

    Ich kann mich nur anschließen: Ein toller Beitrag! Ich war auch sehr fasziniert von den nebeneinander gestellten Texten in der Neuausgabe, in der man beim Lesen miterleben konnte, wie viel Mühe es bedeuten kann, einen guten Text zu schreiben.
    Was den Titel angeht, finde ich ihn eigentlich gelungen, auch wenn sich der Schriftsteller vielleicht einen anderen gewünscht hätte. Für mich oszilliert das Buch sowieso zwischen Autobiographie und Erzählung, sodass ich den Rückgriff auf einen Ausspruch Hemingways okay finde. Angeblich ist heutzutage der Titel ohnehin Verlagssache und nicht unbedingt die Idee des Autors. Der kann zwar einen Vorschlag machen, aber nicht davon ausgehen, dass er auch genommen wird. Ich nehme an, dass wir dieser Praxis diese leicht wiedererkennbaren Titel verdanken, die sich immer wieder an den Titel eines Erfolgsbuchs des jeweiligen Autors anlehnen (Ein-Wort-Titel, bestimmte Satzmuster, die bei jedem Titel wiederkehren etc.).
    Die Frage danach, wie man nun mit dem autorisierten oder eben nicht autorisierten schriftlichen Nachlass umgehen sollte, ist schwierig. Wir sind sicher alle froh, dass Max Brod Kafkas Wunsch nicht Folge leistete und dessen Manuskripte lieber veröffentlichte, statt sie zu verbrennen. Und auch bei diesen Texten freue ich mich, dass sie mir zugänglich gemacht wurden. Das ist vielleicht eine Art Egoismus der Leserschaft, dem da Rechnung getragen wird …
    Liebe Grüße
    Petra

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    • Kastanie schreibt:

      Liebe Petra,
      schön, dass Dir der Beitrag gefallen hat und vielen Dank für den ausführlichen Kommentar! Den Titel finde ich auch sehr gelungen, vor allem in der deutschen Übersetzung. Ein Titel musste ja auf jeden Fall gefunden werden und Hemingways Vorschläge gaben ja auch nicht so viel her… Aber es hat mich schon betroffen gemacht, wie unsensibel ansonsten mit dem Manuskript des Autors, der ja auch erst drei Jahre tot war, umgegangen worden ist. Zumindest hätte es von den Herausgebern ein erklärendes Nachwort geben müssen.
      Bei der Neuausgabe fällt mein Urteil auch milder aus. Da bin ich als Leserin natürlich wirklich eher egoistisch und Hemingway war ja 2009 schon fast 50 Jahre tot. Das spielt auch eine Rolle, finde ich. Thomas Mann hatte die Veröffentlichung seiner Tagebücher ja auch 20 Jahre nach seinem Tod erlaubt und die enthielten noch brisantere Details. Und mit Kafka hast Du natürlich auf jeden Fall recht, das war mir gar nicht eingefallen … manchmal ist es eben wohl doch berechtigt, die Privatsphäre zu verletzen. Aber es bleibt ein interessantes Thema, nicht zuletzt auch in Hinblick auf die heute oft geführte Diskussion um den Urheberschutz. Liebe Grüße, Claudia

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  3. buecherliebhaberin schreibt:

    Auch ich habe dieses Buch sehr gern gelesen. Diesen Beitrag ebenfalls; liefert er doch so viele Hintergründe und Informationen. Wie lange hast du an diesem Beitrag gesessen? Mein Gott, das ist ja eine halbe Semesterarbeit 😉

    Liebe Grüße von der Bücherliebhaberin

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    • Kastanie schreibt:

      Ich habe schon viele Stunden dran gesessen, verteilt auf mehrere Tage. Aber das ist genau das Problem, was ich habe beim Blogschreiben. Mir fallen die kürzeren Artikel fast schwerer und für die längeren benötige ich unheimlich viel Zeit… weil ich so gern recherchiere… Liebe Grüße, Claudia

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