»Hanas Koffer« – Eine Recherche – Teil I

Gegen das Vergessen

Hana Bradys Geschichte ist dank des Jugendbuches »Hanas Koffer«, geschrieben 2002 von der kanadischen Journalistin Karen Levine, um die Welt gegangen. Es erschien bisher in 40 Sprachen. Die deutsche Ausgabe gibt es seit 2003 im Ravensburger Verlag in einer Fassung der  Autorin und Übersetzerin Mirjam Pressler.

Sechs Millionen Menschen sind in Europa durch den Holocaust ums Leben gekommen. Eine unvorstellbar hohe Zahl, die aber abstrakt bleibt, wenn die Geschichten der betroffenen Menschen nicht erzählt werden. Über 70 Jahre nach dem Holocaust ist die Gefahr groß, dass diese schrecklichen Geschehnisse verharmlost, verleugnet oder aus dem kollektiven Gedächtnis langsam verschwinden könnten. Zeitzeugen wird es bald nicht mehr geben. Um so wichtiger ist es deshalb, dass die Biografien der Holocaustopfer dokumentiert und verbreitet werden.

Im Jahr 2014 begannen der Blogger Arndt Stroscher und die Malerin Peggy Steike ihr Projekt »Gegen das Vergessen«, mit dem sie schon in vielen Schulen und anderen Institutionen unterwegs waren. Ein Teil davon ist ein Koffer, der seit drei Jahren verliehen wird. Er enthält das Buch »Hanas Koffer« sowie sehr viel passendes Begleitmaterial, welches teilweise von den »Gastgebern« hinzu gefügt wurde. Jeder kann seine Gedanken zu Hanas Geschichte in einem beiliegenden »Erinnerungsbuch« aufschreiben. Ich habe bei diesem Projekt sehr gern mitgemacht.

Hanas Geschichte

Hana Brady wurde nur 13 Jahre alt. Ihren letzten Geburtstag »feierte« sie am 16. Mai 1944 im Lager Theresienstadt. Ende Oktober 1944 wurde Hana nach Auschwitz deportiert, wo sie nach ihrer Ankunft am 23. Oktober 1944 sofort vergast wurde.

Hana wuchs zusammen mit ihrem drei Jahre älteren Bruder Jiří (in der deutschen Übersetzung des Buches wurde sein englischer Name George übernommen, da er kurz nach Kriegsende nach Kanada ausgewandert ist) in der mährischen Stadt Nove Mesto na Morave in einer gutbürgerlichen jüdischen Familie auf, die an der Hauptstraße ein kleines Warenhaus besaß. Die Bradys waren in dem bekannten Wintersportort beliebt. Der Vater war sportlich aktiv, im Winter organisierte er Wettbewerbe im Skilanglauf. Die Familie hatte oft Künstler zu Besuch, die Mutter war für ihre Großzügigkeit, besonders auch gegenüber den ärmeren Familien am Stadtrand, bekannt.

In Nove Mesto wohnten damals nur wenige jüdische Menschen, Hana und Jiří waren die einzigen jüdischen Kinder. Bis zum Einmarsch der Deutschen in die Stadt lebten die Bradys völlig gleichberechtigt mit ihren nichtjüdischen Nachbarn zusammen. Das änderte sich schlagartig im März 1939 als die deutschen Besatzer, nachdem sie bereits 1938 das Sudetenland besetzt hatten, nun in die gesamte Tschecho-Slowakische Republik einmarschierten, und das tägliche Leben von Juden durch immer mehr Einschränkungen erschwerten.

Im März 1941 wurde Frau Brady von der Gestapo verhaftet, weil die Nazis erfahren hatten, dass sie finanzielle Unterstützung von ihrem nach Belgien emigrierten Bruder bekommen hatte. Marketa Brady wurde ins Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Von dort konnte sie einige wenige Briefe schicken. Zu Hanas 10. Geburtstag schrieb sie einen Brief, dem sie Herzen und ein Hufeisen aus Brot beilegte. Diese Geschenke sind bis heute erhalten geblieben. Im Oktober 1942 wurde die Mutter von Hana und Jiří in Auschwitz ermordet.

Im Herbst 1941 wurde auch Karel Brady, der Vater der Kinder, verhaftet. Ein jüdischer Mann aus Nove Mesto hatte sich geweigert, den Judenstern zu tragen. Daraufhin wurden alle jüdischen Männer verhaftet. Die Nazis inhaftierten ihn zunächst in einem Gestapogefängnis. Im Juli 1942 wurde Karel Brady in Auschwitz ermordet.

Bis zum Mai 1942 konnten die beiden Kinder bei einem katholischen Onkel leben, dessen jüdische Ehefrau, eine Schwester von Karel, konvertiert war. Leider schützte es Hana und Jiří nicht davor, nach Theresienstadt deportiert zu werden. Dort lebten sie unter schwierigen Bedingungen über zwei Jahre. 1943 kam auch ihre Großmutter aus Prag in Theresienstadt an. Drei Monate nach ihrer Ankunft verstarb sie aufgrund der widrigen Umstände vor allem für alte und kranke Menschen. 1944 wurden immer mehr Menschen in die Vernichtungslager im Osten deportiert. Im September stand auch Jiří auf den Deportationslisten. Die Trennung von ihm muss für die erst 13-jährige Hana ein traumatisches Erlebnis gewesen sein. Bis dahin hatten sich die Geschwister gegenseitig Halt geben können. Jetzt war Hana allein. Als sie wenig später selbst in einen Deportationszug nach Auschwitz steigen musste, hoffte sie, ihren Bruder wiederzusehen.

Der letzte von insgesamt 25 Transporten aus Theresienstadt nach Auschwitz wurde am 28. Oktober 1944 dokumentiert. Hana war also in einem der letzten Züge. Ab dem 1. November 1944 änderte sich die Praxis an der berüchtigten Selektionsrampe in Auschwitz. Die Krematorien waren überlastet, die planmäßige Vernichtungsmechanerie kam erstmals zum Erliegen. Die als arbeitsunfähig eingestuften Menschen aus den Deportationszügen wurden nicht mehr direkt ins Gas geschickt. Diesen Fakt fand ich, als ich das Material aus dem erwähnten Koffer sichtete. Er steht in den Erinnerungen von Naftali und Shmuel Fürst, die als Kinder, Jahrgang 1931 und 1932, Auschwitz überlebt haben.

Von den mehr als 88.000 Menschen, die von Theresienstadt in die Vernichtungslager geschickt wurden, überlebten etwa 3.100. Unter den ca. 15.000 deportierten Kindern gab es etwa 100 Überlebende, darunter Hanas älteren Bruder.

Hanas Bruder, die »Republik Schkid« und »Vedem«

Die 11-jährige Hana und ihr 14-jähriger Bruder Jiří wurden zusammen im Mai 1942 nach Theresienstadt deportiert. Dort lebten sie in verschiedenen Kinderheimen, konnten sich aber regelmäßig treffen. Jiří musste im Lager Klempnerarbeiten verrichten. Die Kenntnisse, die er sich dabei aneignete, halfen ihm später, in Auschwitz zu überleben.

Die Kinder in den Kinderheimen des Lagers Theresienstadt wurden von engagierten Häftlingen betreut, die zumeist vor ihrer Inhaftierung als Lehrer, Erzieher oder Sozialarbeiter gearbeitet hatten. Auf den Dachböden fand, vor den Augen der SS verborgen, Schulunterricht statt, den die Kinder mit Wachposten sicherten, damit bei Gefahr jederzeit zu einer unverdächtigen Tätigkeit wie zum Beispiel Aufräumen übergegangen werden konnte. Es gab Theatervorstellungen und Konzerte, sogar eine Kinderoper wurde aufgeführt. Einen besonderen Raum nahmen kreative Beschäftigungen ein. Etwa 4000 Kinderzeichnungen aus Theresienstadt werden im Jüdischen Museum in Prag aufbewahrt. Auch von Hana sind Zeichnungen, in denen ihre Sehnsucht nach dem glücklichen Teil ihrer Kindheit zum Ausdruck kommt, erhalten geblieben. Einige davon kann man sich im Buch »Hanas Koffer« anschauen.

Jiří gehörte einer Gruppe von 13-15-jährigen Jungen an, die der ehemalige Mittelschullehrer Valtr Eisinger betreute. Er erzählte ihnen von der »Republik Schkid« (1), einem sowjetischen Jugendbuch über ein Kinderheim für obdachlose Jugendliche in Petrograd während der Bürgerkriegs- und Hungerjahre nach der Revolution. Nach dem Vorbild dieser »Kommune« gaben sich die Jungen in Theresienstadt eine Selbstverwaltung und proklamierten am 18. Dezember 1942 ihre »Republik Schkid« mit eigener Hymne und Fahne. In einer Strophe der Hymne heißt es:

»Für uns ist ein Bruder jedermann/ob ein Jude oder Christ/Wir treten Schulter an Schulter an/Jungen der Republik Schkid.«

Zur Republikgründung erschien auch die erste Ausgabe ihrer Zeitschrift. Es gab auch in anderen Heimen in Theresienstadt Zeitschriften, aber die Jungen waren mit ihrer Zeitschrift »Vedem« (auf Deutsch: Ich führe) die Ersten und wollten führen. Die Zeitschrift erschien wöchentlich und bestand aus Gedichten, Geschichten, Theaterstücken, literarischen Rezensionen, Aufsätzen und Zeichnungen. 83 Ausgaben, die 10 bis 15 Seiten enthielten, wurden von »Vedem« produziert. Damit ist sie die Zeitschrift, die in einem Nazilager am längsten am Laufen gehalten werden konnte. Die letzte Ausgabe erschien vermutlich am 30. Juli 1944.

Die Zeitschrift wurde anfangs mit einer gefundenen Schreibmaschine geschrieben. Als das Farbband alle war, schrieben die Jungs mit der Hand weiter. Es gab jede Woche ein Exemplar, das von Hand zu Hand weitergereicht wurde.

George (Jiří) Brady erinnert sich in einem Beitrag für Radio Prag:

Petr Ginz »Mondlandschaft« (3)

»Ich habe nur sehr wenig geschrieben, weil ich gearbeitet habe. Aber die anderen Jungen hatten wirklich mehr Begabung. Einer von ihnen war Petr Ginz, dessen Bild in den Weltraum ging (2). Mit Petr Ginz habe ich über zwei Jahre zusammengewohnt, mit ihm kam ich auch nach Auschwitz. Er ging damals in die eine Richtung, ich in die andere. Ich hatte keine Ahnung, dass die anderen direkt ins Gas gingen.«

 

 

Insgesamt 800 Seiten von »Vedem« sind erhalten geblieben. Von den 100 Jungen, die für die Zeitschrift geschrieben haben, überlebten nur 15. Zdeněk Taussig, der Sohn des Schmieds, der sich um die Pferde der SS-Leute in Theresienstadt kümmerte, war der einzige der Jungen, der die ganze Zeit über im Lager blieb. Er versteckte die Hefte in der Schmiede und übergab sie nach dem Krieg an Jiří Brady. Als dieser bald darauf 1949 die Tschechoslowakei wegen der kommunistischen Machthaber verließ, vertraute er die Schuhschachtel mit den Ausgaben von »Vedem« seinem guten Freund Kurt Kotouč (3) an, mit dem er in Theresienstadt eine Pritsche geteilt hatte. 

Jiří Brady gelang im Januar 1945 die Flucht aus einem Todesmarsch, der Häftlinge aus dem KZ Auschwitz vor den heranrückenden sowjetischen Truppen nach Deutschland bringen sollte. In Nove Mesto traf er seine Tante und seinen Onkel wieder, bei denen er und seine kleine Schwester ein letztes Zuhause gehabt hatten. Doch die Wiedersehensfreude dauerte nicht lange an, denn Jiří musste erfahren, dass er der einzige Überlebende seiner engeren Familie war. Er hatte Hana nicht beschützen können. Seine Schuldgefühle begleiten ihn noch immer. George Brady lebt heute in Kanada. Mit einem anderen Holocaustüberlebenden gründete er ein erfolgreiches Sanitärgeschäft, welches über 200 Mitarbeiter hatte als er in den 90er Jahren in Rente ging.

Als er ein hilfloser Häftling war, hatte er sich geschworen, anderen in Not zu helfen, falls er überleben sollte. George Brady erfüllt diesen Vorsatz vorbildlich. Er ist in vielen Hilfsorganisationen und an seinem Wohnort Toronto sozial engagiert. Seitdem die Geschichte seiner Schwester Hana um die Welt ging, verdeutlicht er Kindern und Jugendlichen als Zeitzeuge, was geschieht, wenn Menschen einander hassen. In einem Interview mit dem »Tagesspiegel« erzählte er 2013 davon, dass er gern noch einen Film über die »Republik Schkid« des Kinderheims in Theresienstadt machen möchte. Ich konnte noch nicht heraus finden, ob ihm das schon gelungen ist. Es wäre ein weiteres wichtiges Projekt gegen das Vergessen.

Anmerkungen

  1. »Republik Schkid« ist ein teilweise autobiografischer sowjetischer Roman aus dem Jahr 1927 über die Schulkommune »Schkid« (Школа-коммуна имени ДостоевскогоSchulkommune namens Dostojewski) in Petrograd, die in den turbulenten Zeiten des Bürgerkrieges nach der Revolution obdachlose Kinder und Jugendliche resozialisierte. Das Buch wurde begeistert aufgenommen, u. a. auch von Maxim Gorki und erschien bis 1935 in hohen Auflagen, obwohl Lenins Frau und der Pädagoge Makarenko die Respektlosigkeit mit der die Lehrer im Buch dargestellt waren, kritisierten.1935 wurde einer der Autoren wegen konterrevolutionärer Tätigkeit verhaftet, verurteilt und starb 1938 im Gefängnis. Das Buch konnte dann erst 1962 wieder in der Sowjetunion erscheinen. Heute gehört es in Russland zur Schullektüre. Bereits 1929 erschien die erste Ausgabe mit dem Titel »Die Republik der Strolche« auf Deutsch. In der DDR gehörte es zu den bekanntesten Jugendbüchern, 2005 verlegte es der »Verlag Neues Leben« neu (nur noch antiquarisch und leider ohne erläuterndes Nachwort).
  2. Petr Ginz war Redakteur von »Vedem«. Er schrieb und zeichnete für die Zeitschrift. Eine Kopie seiner Bleistiftzeichnung »Mondlandschaft« nahm der erste israelische Astronaut Ilan Ramon, Sohn einer Auschwitz-Überlebenden, mit in den Weltraum. Ilan Ramon starb 2003 an Bord der »Columbia«. Das Original des Bildes befindet sich in Jerusalem in der Gedenkstätte »Yad Vashem«.
  3. Von Petr Ginz – http://personalstoriesfromtheholocaust.weebly.com/petr-ginz.html, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37616368
  4. Kurt Kotouč blieb nach dem Krieg in der Tschechoslowakei. Nachdem er die »Vedem-Hefte« von seinem Freund Jiří Brady übernommen hatte, wollte er ein Buch darüber veröffentlichen. Es durfte allerdings nicht erscheinen, weil es angeblich antikommunistische und zionistische Hetze enthielt. Es wurde aber in einem Untergrundverlag hergestellt und illegal verbreitet. 1995 erschien das Buch »We Are Children Just the Same: Vedem, the Secret Magazine by the Boys of Terezin«, an dem Kurt Kotouč mitgearbeitet hat. Im Internet kann man es antiquarisch finden.

Quellen und zum Weiterlesen

http://www.hanassuitcase.ca/ – Seite der Familie Brady zum Buch und zur Familiengeschichte – sehr lesenswert

http://www.hanassuitcase.ca/?p=56Fragen von Kindern an George Brady

http://www.tagesspiegel.de/kultur/holocaust-ein-bruder-erinnert-an-seine-ermordete-schwester/8016236.html – Interview mit Georg Brady

http://www.ghetto-theresienstadt.info/index.htm – sehr informative private Seite über die Gedenkstätte Theresienstadt

http://www.pamatnik-terezin.cz/en?lang=en – offizielle Seite der Gedenkstätte Theresienstadt

http://www.erinnern.at/bundeslaender/oesterreich/lernmaterial-unterricht/abschlussarbeiten/kurt-kamhuber-kinder-in-theresienstadt.-zeichnungen-und-texte-von-kindern-aus-dem-kz-theresienstadt – Sammlung von Texten und Zeichnungen von Kindern aus dem KZ Theresienstadt mit Interpretationen

»Ist meine Heimat der Ghettowall?« – Gedichte, Prosa und Zeichnungen der Kinder von Theresienstadt. Herausgegeben von Marie Ruth Krízková, Kurt Jirí Kotouč , und Zdenek Ornest – nur noch antiquarisch zu erhalten

Petr Ginz: »Prager Tagebuch 1941-1942« Herausgegeben von Chava Pressburger, aus dem Tschechischen von Eva Profousova, Berlin Verlag 2006 – nur noch antiquarisch zu bekommen

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8 Gedanken zu “»Hanas Koffer« – Eine Recherche – Teil I

  1. Kathrin schreibt:

    Ein wunderbarer und sehr informativer Beitrag! Ich freu mich immer zu sehen, wie Hanas Geschichte durch das Projekt weiter und weiter getragen wird. Bei mir war sie ja am Jahresanfang und ich bin bisher noch nicht dazu gekommen, meine Gedanken in einem Beitrag zu bündeln – dein Artikel hat mir jetzt den Anstoß gegeben, endlich den Versuch zu wagen, die richtigen Worte zu finden.

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    • Kastanie schreibt:

      Liebe Kathrin, vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich bin schon gespannt auf Deinen Beitrag. Das Thema bietet so viel Stoff, dass es manchmal schwierig ist, auszuwählen. Irgendwie ist alles wichtig und emotional ist es auch nicht so einfach, die vielen Geschichten und Fakten zu bewältigen. Viele Grüße von Claudia

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  2. Irmgard Veit schreibt:

    Fast 3 Jahre ist es her, dass „Hanas Koffer“ bei mir zu Gast war. Der Zauber und das Leid eines jüdischen Mädchens wird auf dieser Reise weiter blühen und für alle GastgeberInnen ist der Weg immer auch das Ziel: Gegen das Vergessen – Hana kennenlernen, über sie sprechen und sie im Herzen tragen.
    Vielen Dank für diesen sehr schönen, gut recherchierten und informativen Artikel. Ich freue mich schon auf den 2. Teil deines Beitrages.

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    • Kastanie schreibt:

      Liebe Irmgard, es ist berührend zu sehen, wie lange der Koffer schon auf Reisen ist und welche Gedanken und Gefühle bei den verschiedenen Gastgebern ausgelöst werden. Ich habe deine Zeilen im Buch der Erinnerungen gelesen und auch die Buchempfehlung, die du für Kinder geschrieben hast. Danke dafür und ich freue mich, dass auch ich Teil dieses gemeinsamen Gedenkens sein konnte.

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  3. Angela schreibt:

    Oh, das ist aber ein interessantes Projekt! Gut, dass Du darüber berichtest. Es wird sicher immer wichtiger, dass es solche Erinnerungsformen gibt. – Heute früh kam bei mdr-Kultur ein Feature zum Thema „Dark Tourism“. In diesem Kontext gibt es auch Besuche in Auschwitz – gewissermassen Grusel-Tourismus ins KZ, Hauptsache, es bringt Geld. Da wird mir ganz elend…

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    • Kastanie schreibt:

      Danke liebe Angela für den Tipp. Das werde ich mir noch anhören. – In diesem Zusammenhang fällt mir noch die Jugendherberge in »Buchenwald« ein. Fand ich auch immer sehr unpassend, weiß gar nicht, ob es die noch gibt. – In Berlin war ich entsetzt, als ich sah, dass zwischen den Steinen des Holocaust-Denkmals Verstecken gespielt wird, die Leute Selfies machen usw. Aber im Dokumentationszentrum waren alle Besucher, die ich gesehen habe, sehr betroffen, auch die Jugendlichen, die in der Schlange davor noch ganz ausgelassen waren. Dazu werde ich auch noch etwas schreiben. Ich denke, es kommt auch sehr auf das Gedenkstättenkonzept an, wie es gelingt, Menschen zu berühren.

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      • Angela schreibt:

        Liebe Claudia,
        ja, die Jugendherberge in Buchenwald. Wir waren in der 12. Klasse dort, im März, bei Schneeregen. Haben erst die Gedenkstätte besichtigt, dann den Film „Nackt unter Wölfen“ geguckt (den ich nach wie vor sehr gut finde) und dann sollten wir in der Jugendherberge direkt auf dem Ettersberg schlafen… Es war furchtbar! Für Weimar konnte ich mich erst bei einem Besuch im Sommer 2 Jahre später erwärmen. Man kann’s halt auch übertreiben.
        In dem Feature hat auch eine junge Frau gesagt, wirklich berührt wird man nur durch persönliche Schicksale. Und da erreicht man sicher auch die angeblich ganz hart Verpackten…

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