Es gibt keine Rückkehr aus dem Exil – Der Emigrant Remarque und »Die Nacht von Lissabon«

Ronco sopra Ascona (5)

Ronco sopra Ascona © Thomas Wenger  (5)

Erich Maria Remarque verließ Deutschland schon 1931. Er ging in die Schweiz, wo er in Ronco in der Nähe von Ascona eine Villa kaufte. Remarque war 1929 durch seinen Roman »Im Westen nichts Neues« innerhalb von kurzer Zeit zu einem weltweit bekannten Autor geworden. Das Buch hatte ihn, der aus kleinbürgerlichen Verhältnissen stammte, zu einem reichen Mann gemacht.

Die Weimarer Demokratie befand sich Anfang der dreißiger Jahre in Auflösung. Hitler und seine Sympathisanten bekamen immer mehr Einfluss auf die Politik. Straßenkämpfe zwischen Nazis und Kommunisten und das Elend der vielen arbeitslosen Menschen prägten das Bild Deutschlands. »Im Westen nichts Neues« geriet ganz unbeabsichtigt zwischen die politischen Fronten. Von links wurde der Autor angegriffen, weil das Buch einen deutlichen Klassenstandpunkt vermissen ließ und sich Remarque, auch weil der Ullstein-Verlag ihn aus werbestrategischen Gründen als unpolitisch »verkaufte«, kaum in die Diskussionen um seinen Roman einmischte. Von rechts wurde er attackiert, weil er mit seinem pazifistischen Buch angeblich das Ansehen der deutschen Weltkriegsteilnehmer beschmutzte. Weiterlesen

Advertisements