Das Kriegstagebuch der Ingeborg Bachmann

»Das ist der schönste Sommer meines Lebens, und wenn ich hundert Jahre alt werde – das wird der schönste Frühling und Sommer bleiben.«

Das schreibt die achtzehnjährige Ingeborg Bachmann im Frühsommer 1945 in ihr Tagebuch. Anders als die meisten Gleichaltrigen, die durch die jahrelange Naziideologie indoktriniert und eher desillusioniert sind,  begrüßt sie den Frieden und die damit für sie verbundenen neuen Möglichkeiten der Freiheit mit tiefer Freude. Das mag auch daran gelegen haben, dass sie sich gerade in den britischen Soldaten Jack Hamesh verliebt hatte, aber das scheint nicht der einzige Grund für diesen Gefühlsausbruch gewesen zu sein.

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Die Banalität des Bösen

Gedanken über Hannah Arendt

In den Achtzigerjahren habe ich in Dresden »Bruder Eichmann« von Heinar Kipphardt im Theater gesehen und kann mich noch gut erinnern, wie wir über den Schreibtischtäter Adolf Eichmann diskutiert haben. Bis dahin wusste ich über den im Stück thematisierten Prozess in Israel nichts. Von Hannah Arendt hörte ich nach der Wende zum ersten Mal.

Die Motive des Adolf Eichmann

Vor einem Jahr sah ich den Kinofilm über sie und im Sommer las ich die Biografie von Alois Prinz »Hannah Arendt oder die Liebe zur Welt«. Seitdem beschäftigt mich ihre These über Eichmann, die mit Weiterlesen