Peter Stamm – Weit über das Land

IMG_2295Keine Daunenjacken-Literatur

Peter Stamm, Jahrgang 1963, geboren im Schweizer Thurgau, gehört nicht zu den Autoren, die schon früh ihre Leidenschaft für das Schreiben entdeckten. Nach einer kaufmännischen Lehre arbeitete er wie der Protagonist Thomas in seinem neuen Roman als Buchhalter. Später studierte er einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie und war Praktikant in verschiedenen psychiatrischen Kliniken. Der Abbruch des Psychologiestudiums, welches er aus Interesse am Menschen als Gegenstand der Literatur begonnen hatte, war 1990 eine bewusste Entscheidung für den Beruf des freien Autors. Für seine ersten literarischen Versuche suchte er lange vergeblich nach einem Verlag, erst mit dem Roman »Agnes«, der heute Schullesestoff ist, gelang ihm 1998 ein viel beachtetes Debüt. Weiterlesen

Anne von Canal – Der Grund

Der Grund»Der Grund« ist der Debütroman von Anne von Canal (Jahrgang 1973). Sie arbeitete einige Jahre in verschiedenen Verlagslektoraten und auch als Übersetzerin. Anne von Canal (kein Künstlername sondern der Name ihres Mannes) studierte Germanistik und Anglistik, fühlte sich aber beim nachmittäglichen Jobben in einer Buchhandlung wohler als in der Uni. Erst als sie auch das Studienfach Skandinavistik belegte, entwickelte sie Leidenschaft für das wissenschaftliche Arbeiten mit Literatur. Ein Jahr lebte sie in Oslo. Folgerichtig ist die Handlung ihres Romans auch größtenteils in Skandinavien angesiedelt, in Schweden und Estland. Inzwischen gibt es das Buch auch in estnischer Übersetzung.

»Der Grund« erschien im mareverlag Hamburg, von dem ich bisher nur die Zeitschrift »mare« mit dem anspruchsvollen Layout und den beeindruckenden großformatigen Fotos zu maritimen Themen kannte. So ist es wahrscheinlich auch nicht verwunderlich, dass die typographische Gestaltung des Buches keine Massenware ist und mir sehr gut gefällt. Weiterlesen

»Können Sie mir bitte helfen?« – Vom Buchhändlerblick, von schweigsamen Buchhändlern und den Erpressungsversuchen von Amazon

Neulich stand ich in unserer Stadtbibliothek mit einem Stapel Büchern vor einem Regal, da sprach mich von der Seite eine Frau, in der Bibliothekssprache wohl Nutzerin oder Leserin genannt, an und wollte von mir eine Auskunft haben. Leider musste ich das Missverständnis aufklären, aber gefreut hat es mich doch, dass ich nach über 20 Jahren, die ich nicht mehr als Buchhändlerin arbeite, immerhin für eine Bibliothekarin gehalten wurde. Weiterlesen

»August« von Christa Wolf – Verlosung zum Welttag des Buches

Blogger schenken Lesefreude 2014 LogoZum Welttag des Buches möchte ich die Erzählung »August« von Christa Wolf verlosen. Auf ganz vielen anderen Blogs hatte ich das Banner »Blogger schenken Lesefreude« zuvor entdeckt und nun möchte ich mich mit dieser Verlosung auch an dieser schönen Aktion beteiligen. Nebenbei dient sie dazu, andere Blogs kennen zu lernen. Eine Liste der Teilnehmer kann man hier finden.

Wenn ihr das Buch gewinnen wollt, dann schreibt bitte bis zum 30. April 2014 einen Kommentar unter diesen Beitrag oder schickt mir eine Mail an die im Impressum angegebene Adresse. Ich freue mich auch, wenn ihr ein paar Zeilen darüber schreibt, warum euch das Buch interessiert. Das ist aber keine Bedingung, um teilnehmen zu können. Am 1. Mai werde ich dann meine Lostrommel anwerfen und die Gewinnerin oder den Gewinner ziehen.

Falls ich nächste Woche ein Internetcafé finde, werde ich auch noch mal einen Erinnerungspost direkt am 23. April, dem Welttag des Buches, schreiben. Weiterlesen

Der Abbruch der Schweigemauer

Gedanken über Alice Miller und das Buch ihres Sohnes

Alice Millers Buch »Das Drama des begabten Kindes« , 1979 das erste Mal erschienen, ist ein in 30 Sprachen übersetzter internationaler Bestseller. Beeinflusst von den Ideen des englischen Kinderarztes und Analytikers Donald W. Winnicott, dem britischen Kinderarzt und Psychiater John Bowlby sowie dem US-amerikanischen Analytiker Heinz Kohut analysierte sie darin gängige Erziehungsmethoden, die dazu führen, dass Kinder die emotionalen Bedürfnisse ihrer Eltern befriedigen und es ihnen so nicht möglich ist, ihre eigene Originalität zu entwickeln. Alice Miller, die bis Ende der siebziger Jahre selbst als Psychoanalytikerin in der Schweiz arbeitete, wollte den Grundgedanken dieses Buches ursprünglich in einem Artikel im offiziellen Organ der Psychoanalyse, der Zeitschrift »Psyche«, veröffentlichen. Allerdings wurde der Text als unwissenschaftlich und unpassend zur Theorie der Psychoanalyse abgelehnt.

Ich las »Das Drama des begabten Kindes« vor etwa 15 Jahren Weiterlesen